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Schweiz: Erlebniswandern im Oberengadin

Schweiz: Erlebniswandern im Oberengadin

(rf) Im schweizerischen Oberengadin gibt es viele Themenwanderwege – „Wasserweg“, „Klimaweg“, „Philosophenweg“, „Heidis Blumenweg“, „Märchenweg“, „Clean Energy Tour“, oder die „Gletscherwanderung“.

Auf 2’312 m ü. M, an der Bergstation Furtschellas, beginnt der „Wasserweg“ auf dem die Wanderer die Magie von sechs Engadiner Bergseen erleben können. Der „Lejin Cristal“, den man auf der Wanderung zuerst erreicht, glitzert mit der Sonne und den umliegenden schneebedeckten Berggipfeln um die Wette. Weiter geht es zum höchstglegenen See dieser Route, dem „Lejin Magnetit“, der seinen Namen dem reichlich enthaltenen magnetischen Eisenmineral Magnetit, dem eine beruhigende Wirkung zugesprochen wird, zu verdanken hat. Um zum grössten der sechs Seen, dem „Lejin Malachit“, zu kommen, folgt man dann einem munteren kleinen Bergbach. Nach weiteren Stationen am „Lejin Rhodonit“, benannt nach dem Gestein Rhodonit, das auch als Stein der Wanderer bekannt und an diesem See zu finden ist, am „Lejin S-chaglia“ („Schiefersee“), der grau-schwarz schimmert, sowie am „Lejin Epidot“ endet die rund zweieinhalbstündige Wanderung (ca. 333 Meter Höhendifferenz) im Bergrestaurant La Chüdera.

Um gefrorenes Wasser und die Geheimnisse die sich darin und darunter verbergen, geht es bei der Gletscherwanderung Moteratsch, die vom 4. Juli bis 17. September 2011 täglich bzw. vom 12. Juni bis 3. Juli und vom 18. September bis 23. Oktober 2011 immer sonntags, dienstags und freitags stattfindet. Ein Guide der Bergsteigerschule Pontresina führt die Wanderer ca. fünf Stunden über den Pers- und Morteratschgletscher, über die Firnfelder geht’s vorbei an Naturphänomenen wie Gletschertischen, Ufermoränen und Eisrinnen. Wer ganz genau hinschaut kann vielleicht sogar einen Gletscherfloh sehen. Informationen: Tel.: +41 (0)81 842 82 82 oder unter www.bergsteiger-pontresina.ch. Die vierstündige Gletschertour Corvatsch führt nach der Besteigung des Piz Murtèl (3’433m) über die Gletscherfläche bis zum Piz Corvatsch, bevor es über die Ostflanke zur Furcola Surlej zurückgeht. Information und Buchung: Walter von Allmen, Tel.: +41 (0)79 307 30 18.

Noch mehr über die Entstehung von Gletschern und über den Klimawandel erfährt man auf auf dem Klimaerlebnispfad. Auf dem Wanderweg von der Bergstation Muottas Muragl über den Schafberg hinüber zur Alp Languard wird auf 18 Thementafeln Wissenswertes über Gründe und Ursachen des Klimawandels anschaulich dargestellt. Der Wandel der Gletscher im empfindlichen Alpenraum wird erlebbar und Gäste werden auf der ca. dreieinhalb Stunden dauernden Wanderung zu wahren Klimaexperten.

Damit auch nachfolgende Generationen eine möglichst intakte Bergwelt vorfinden, hat die Gemeinde St. Moritz ein Gesamtenergieprojekt realisiert und damit ein klares Zeichen für die Natur und Umwelt gesetzt. Im Rahmen der „Clean Energy Tour“ sind Paradebeispiele mit erneuerbaren Energien aus Wasserkraft, Sonne, Wind und Biogas entstanden. Der lehrreiche Rundgang führt von St. Moritz (1'856 m ü. M.) bis auf den 3'057 Meter hohen Piz Nair. Entlang der rund zweieinhalbstündigen Wanderroute liegen beispielsweise die Leichtwindanlage auf dem Munt da San Murezzan (2'666 m) und die 180 Solarpanele der Corvigliabahn.

Wer den Weg zu Fuss wählt, kommt auch an Heidi’s Blumenweg vorbei. Der einfache Höhenweg beginnt direkt unterhalb der Heidihütte auf Salastrain und führt über Bergwiesen nach St. Moritz. Entlang des Weges sind Blumeninseln mit über 200 Bergblumenarten angelegt. Neben diesem kinderwagentauglichen Weg bietet sich für die kleinsten Gäste der ebenfalls kinderwagentaugliche Märchenweg Celerina an. Dieser beginnt an der Bergstation Marguns und führt von dort in Richtung Tal. Auf elf Tafeln wird ein Märchen der Schweizer Schriftstellerin Sina Semadeni-Bezzola erzählt, das sich um die markante Felsformation oberhalb des Weges – drei in den Himmel ragende „Wunderblumen“ aus Stein – rankt.